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Dracaena draco

Die Drachen von Madeira. In: Kakteen und andere Sukkulenten, Jg. 67, Heft 2, S. 29–32.

Wer bei Drachen immer gleich an feuerspeiende Ungetüme denkt, die schöne Frauen in ihre Gewalt bringen und schließlich von mutigen Rittern erlegt werden oder an moderne Gleitschirmdrachen, die lautlos in luftigen Höhen ihre Runden drehen, der liegt vollkommen falsch. Auch ist in diesem Fall nicht die häufig vorkommende Madeira-Mauereidechse (Teira dugesii) gemeint, die auf den makaronesischen Inseln im Atlantik als endemische Art und echte Eidechse ihr Unwesen treibt; was bei einer Maximallänge von 23,5 cm nicht sehr tragisch ist. Selbst der „Stolz von Madeira“, ein blauer Natternkopf (Echium candicans) weist weder Gifte noch andere Gefahren auf. Nein – gemeint ist der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco), der als nordafrikanisch-makaronesischer Endemit bezeichnet wird. Sein Verbreitungsgebiet umfasst die Kanarischen Inseln, die Kapverden, Madeira und Marokko (dort in der Unterart ajgal).

Die früher auf der portugiesischen Insel Madeira häufig anzutreffende Art gehört heute zu den Raritäten in der Natur und wird in der „Roten Liste gefährdeter Arten“ (IUCN) als „Vulnerable (VU)“, d. h. gefährdet, eingestuft.